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Aktuelles aus der Kindertagespflege

Vertretung ist die Achillesferse in der Kindertagespflege

Das Thema der verlässlichen Vertretung in der Kindertagespflege ist in vielen Regionen noch nicht befriedigend gelöst. Doch es gibt Modelle und Ansätze, die den Praxistest bestanden und sich mittlerweile etabliert haben - wie zum Beispiel die Stützpunktmodelle in Hessen oder Bayern. Eine Broschüre des Niedersächsischen Kindertagespflegebüros bietet einen guten Überblick über die gängigsten Praxis-Modelle. Die Broschüre mit vielen Anregungen und Hinweisen für eine erfolgreiche Umsetzung steht kostenlos als Download bereit.


Spätestens bei Krankheit, wichtigen Terminen, Weiterbildung oder wohlverdientem Urlaub stellt sich die Frage: wer übernimmt während der Abwesenheit von Tagesmutter oder Tagesvater die zuverlässige Betreuung des Kindes? Für viele Eltern ist eine praktikable Lösung dieser Frage ein wichtiges Entscheidungskriterium pro oder kontra Kindertagespflege. Planungssicherheit und Zuverlässigkeit sind in der Kinderbetreuung unverzichtbar.


Nicht nur die Eltern sind auf gute Lösungen angewiesen

Sechs Vertretungsmodelle mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen, dazu die jeweils passenden Praxisbeispiele sowie die Ansprechpartner*innen aus Niedersachsen stellt die Broschüre vor. Darunter mobile "Springer"-Lösungen, Stützpunktmodelle, Freihalteplätze, Netzwerklösungen und das bewährte Tandem.


Auch der Landesverband Kindertagespflege Baden-Württemberg hat 2015 in seiner Handlungsempfehlung "Erfolgreiche Vertretungsmodelle in der Kindertagespflege" die Notwendigkeit einer flächendeckenden Lösung herausgearbeitet und verschiedene Ansätze vorgestellt, die in der Praxis auf eine gute Umsetzung verweisen können.


Inzwischen übernehmen einige Landkreise die finanziellen Ausfälle der Tagespflegepersonen bei Krankheit oder Urlaub für eine bestimmte Dauer und/oder zahlen die laufende Geldleistung auch an die Vertretung. Dennoch, so scheint es, kommt die Umsetzung praktikabler Vertretungsmodelle in Baden-Württemberg nicht wirklich voran. Noch immer hängt eine Lösung von der Initiative der Tagespflegepersonen im Einzelfall ab.


Den Anspruch auf Vertretung hat der Gesetzgeber übrigens auf Bundesebene in § 23 Abs. 4 SGB VIII festgeschrieben: „Für Ausfallzeiten einer Tagespflegeperson ist rechtzeitig eine andere Betreuungsmöglichkeit für das Kind sicherzustellen.“ Auch das Niedersächsische Kindertagespflegebüro weist darauf hin: Hierbei handelt es sich um einen klaren Auftrag an den Träger der öffentlichen Jugendhilfe, also das zuständige Jugendamt - und nicht an die Tagespflegepersonen.


Zum Download der Broschüren:


Vertretungsmodelle in der Kindertagespflege

Niedersächsisches Kindertagespflegebüro

https://www.kindertagespflege-nds.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Niki_Publikationen/160406_Broschuere_Vertretungsmodelle_Einzelseiten.pdf


Handlungsempfehlung

"Erfolgreiche Vertretungsmodelle in der Kindertagespflege"

Landesverband Kindertagespflege Baden-Württemberg e. V.

https://www.kindertagespflege-bw.de/wp-content/uploads/2019/04/FV_Handlungsempfehlung_Vertretungsmodelle_25032015.pdf


Mehr Informationen zum Thema "Vertretungsmodelle" beim Deutschen Jugendinstitut München:

Praxismaterialien für die Jugendämter (10/2010)

Vertretungsmodelle in der Kindertagespflege

https://www.tagespflege.bayern.de/imperia/md/content/stmas/tagespflege/downloads/tagespflege_qualitaet_ersatzbetreuung_vertretungsmodelle_handreichung.pdf








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Sylvia Strauß | Diplom-Sozialpädagogin (FH)

© Lösungshorizonte - Systemische Lösungen für Bildungsorte | 04/2020

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